Kageneck-Bildstock – Kirchzarten

Kageneck-Bildstock

An der Straße zwischen Kirchzarten und Zarten erinnert ein neugotischer Bildstock an Franz von Kageneck, der an dieser Stelle verunglückte.

Am nördlichen Ortsausgang von Kirchzarten, an der Zartener Straße – Verbindungsstraße zwischen Kirchzarten-Zarten und Kirchzarten, steht auf dem Grünstreifen zwischen Fahrradweg und Straße, umgeben von einem schmiedeeisernen Gatter, ein neugotischer Bildstock.

Kageneck-Bildstock

Der 3,80 m hohe Bildstock ist vielfach gegliedert:
Auf einer hohen viereckigen Basis liegt eine gestufte Steinplatten, deren obere Fläche achteckig ist. Auf ihr steht eine schlankere, achteckige Säule mit einem gestuften Kapitell, dessen Abschlussplatte ebenfalls viereckig ist. Dieses trägt einen an einen Burgturm mit Zinnenkranz erinnernden Quader.
Im Zinnenkranz erhebt sich ein vierseitiges Satteldach, dessen Spitze mit einer Kreuzblume gekrönt ist.

Ausgerichtet ist der Bildstock nach Westen und damit heute zur Zartener Straße.

Den Bildstock ließ die Ehefrau von Franz von Kageneck (1860-1895) setzen, nachdem ihr Mann 1895 an dieser Stelle auf seinem Heimweg von Kirchzarten nach Stegen so unglücklich vom Pferd stürzte, dass er an den Folgen des Sturzes in Stegen starb.

Auf der Vorderseite des burgturm-förmigen Quaders ist in einem Rundbogen-Fenster ein weißes Alabasterrelief eingelegt:

Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock

Maria, die Gottesmutter, hält ihren vom Kreuz abgenommenen Sohn. Im Hintergrund dieser Pieta-Darstellung ist eine bergige Landschaft zu erkenne, ein Baum, ein Stadttor.
Das Relief ist – in der unteren linken Ecke – signiert mit „DETTLINGER Freiburg“.

Kageneck-Bildstock

Auf den südlichen und nördlichen, schmaleren Quaderseiten befinden sich Inschriftenfelder, gerahmt mit spitzbogigen Fenster. Die Quader-Ostseite ist leer.
Das vierseitige Satteldach im Zinnenkranz ist, außer auf der Ostseite, mit Fischblasen-Muster verziert und trägt eine Kreuzblume auf seiner Spitze.

Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock

Auf der südlichen Quaderseite ist zu lesen:
Zum Andenken des / unvergeßl. Gatten, ließ / die trauernde Gattin / dies Denkmal errichten /
und bittet um ein / stilles „Vater unser“.
Auf der Nordseite ist ein Bibeltext eingraviert:
„O, Ihr Alle, / die Ihr vorübergeht / am Wege, habet Acht / und schauet ob ein / Schmerz gleich /
meinem Schmerze.“ / Klagl. 1,12

Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock
Kageneck-Bildstock

Auf der Schauseite – der Westseite – des Bildstocks ist im oberen Teil der Säulenseite der Anlass für die Errichtung des Bildstocks eingraviert:
Franz Graf /
von Kageneck /
Herr zu Weiler etc. /
verunglückte hier /
am 29. Mai 1895 /
im Alter von / 35 Jahren.

Vor dem unteren Teil der Säulenseite steht eine runde schmale Säule, ihr Kapitell gestaltet als dreieckige Schale.

Das Kapitell der achteckigen Säule trägt das Wappen „der in Stegen länger beheimateten adligen Familie ,von Kageneck‘. Im Schild trägt es einen Schrägrechtsbalken (offiziell aber ,in Rot ein silberner Schrägrechtsbalken‘); über dem Helm ist der Rumpf eines bärtigen Mannes zu erkennen, der mit einer gestulpten Spitzmütze bekleidet ist.“ [Hermann Althaus, Dreisamtäler, 7.12.2000]

Kageneck-Bildstock

Der Kageneck-Bildstock von Südwesten aus gesehen. Im Hintergrund Häuser von Zarten an der Höllentalstraße

Links und Literatur

Juli 2023